Komponenten - Woraus besteht das 3x3?
Übersicht: Das 3x3 ist denkbar einfach. Es besteht nur aus 3 Säulen und 3 Levels. Fertig. Davon können Sie sich im ersten und zweiten folgenden Block überzeugen. Im dritten Block kommen die 9 Bausteine: 3x3. Auch das ist noch sehr einfach. Dabei ist es verblüffend leistungsfähig: Mit diesem Grundtool können sie bereits fast alles machen. Im vierten Block wird das 3x3 Quadrat einfach verdreifacht. Sie arbeiten jetzt mit 3 Quadraten: eines für den (bisherigen) Stand, eines für das (künftige) Ziel, eines für den (laufenden) Weg. Das ist zwar etwas mehr Aufwand, aber gar nicht kompliziert. Doch Sie arbeiten bei Licht besehen bereits mit einem komplexen dreidimensionalen Instrument: dem 3x3 Würfel mit seinen 27 Zellen. Das brauchen Sie im Regelfall aber nicht. Nur wenn Sie auf die Prozessentwicklung besonderen Wert legen, hilft die Zeitdimension enorm, z.B. bei Projektstufen, (Selbst-)Entwicklungs-Konzepten, Strategieentwicklung. In allen anderen Fällen bleibt es beim 3x3 Grundquadrat.
• Die drei SÄULEN heißen A) KONSUM B) PRODUKT C) BEZUG.
- Die KONSUM-Säule ist die erste (linke) Säule und dient der Ausrichtung am Kunden(bedarf) mit seinen Verhaltensweisen und Befindlichkeiten, seinen Interessen und Bedürfnissen; sie hat "Außencharakter", weil wir auf die Wünsche anderer schauen.
- Die PRODUKT-Säule ist die zweite (rechte) Säule und dient der Modellierung der Produktleistung mit ihren Inhalten, Darstellformen und Technikträgern; sie hat "Innencharakter", weil wir auf unsere eigene Leistung schauen.
- Die BEZUGs-Säule ist die dritte (mittlere) Säule und dient dem Absatzkonzept mit seinen Werbebotschaften und Aktivitäten, Verkaufsaktionen und Preiskonzepten, Vertriebsmaßnahmen und Controllingrechnungen; sie hat "Mittlungscharakter", weil wir auf die (Zwischen-)Beziehung schauen.
• Die drei LEVELS heißen INHALT, GESTALT, TRÄGER
- Die INHALTs-Ebene ist der erste (obere) Level und dient der Definition von geistigen, unsichtbaren, virtuellen Inhalten wie Interessen, Themen und Botschaften; sie hat virtuellen Charakter: etwas zum andenken!
- Die GESTALT-Ebene ist der zweite (mittlere) Level und dient der Gestaltung von kulturellen, kreativen, emotionalen Prozessen wie Lebens/Arbeitsstile, Gestaltungsweisen und Konsensleistungen; sie hat psychischen Charakter; etwas zum anfühlen.
- Die TRÄGER-Ebene ist der dritte (untere) Level und dient den (körperlichen) Menschen, Trägermedien und Liefertechniken; sie hat gegenständlichen Charakter, etwas zum anfassen.
• Die neun FELDER:
- Das erste Feld (A1) heißt Interessen. Es ist links (KONSUM-Säule) oben (INHALTS-Level). Es dient der Beschreibung von bewusst gewordenen/gemachten Wünschen, Zielen, Aufgaben und Pflichten von potentiellen Kunden.
Die A1-Frage lautet also: WAS wollen oder müssen die ?
- Das zweite Feld (A2) heißt Verhalten. Es ist links (KONSUM-Säule) mitte (GESTALT-Level). Es dient der Beschreibung von (un)bewussten Vorgehensweisen, Gestimmheiten und Nutzungsarten von (potentiellen) Kunden.
Die A2-Frage lautet also: WIE leben und wie fühlen die ?
- Das dritte Feld (A3) heißt Zielgruppen. Es ist links (KONSUM-Säule) unten (TRÄGER-Level). Es dient der Beschreibung von Zielgruppen, Ausstattung und Lebensräumen von (potentiellen) Kunden.
Die A3-Frage lautet also: WO/WER sind und was haben die ?
- Das vierte Feld (B1) heißt Themenspektrum. Es ist rechts (PRODUKT-Säule) oben (INHALTS-Level). Es dient der Beschreibung von Inhaltsthemen, Gegenständen, Leistungsfunktionen bei (potentiellen) Produkten.
Die B1-Frage lautet also: WAS steht drin ?
- Das fünfte Feld (B2) heißt Darstellung. Es ist rechts (PRODUKT-Säule) mitte (GESTALT-Level). Es dient der Beschreibung von Aufbereitungs-Sorten, -Formen und Formaten bei (potentiellen) Produkten.
Die B2-Frage lautet also: WIE steht's drin ?
- Das sechste Feld (B3) heißt Trägermix. Es ist rechts (PRODUKT-Säule) unten (TRÄGER-Level). Es dient der Beschreibung von Trägerwahl, Ausstattung und Vervielfältigung bei (potentiellen) Produkten.
Die B3-Frage lautet also: WO steht's drauf ?
- Das siebte Feld (C1) heißt Werbung(sschwur). Es ist mitte (BEZUGs-Säule) oben (INHALTs-Level). Es dient der Beschreibung von Werbe-Botschaft, -Mittel und -Träger bei (potentiellen) Austauschbeziehungen.
Die C1-Frage lautet also: WAS sagen wir dem ?
- Das achte Feld (C2) heißt Verkauf(spreis). Es ist mitte (BEZUGS-Säule) mitte (GESTALT-Level). Es dient der Beschreibung von Preis/Leistung, Angebotsform und Verkaufsweg bei (potentiellen) Austauschbeziehungen.
Die C2-Frage lautet also: WIE schließen wir ab ?
- Das neunte Feld (C3) heißt Vertrieb(sweg). Es ist mitte (BEZUGs-Säule) unten (TRÄGER-LEVEL). Es dient der Beschreibung von Liefer-/Rechnungsinhalt, Auftragsabwicklung und Übertragungsweg bei (potentiellen) Austauschbeziehungen.
Die C3-Frage lautet also: WO liefern wir aus ?
• Die drei SCHICHTEN:
A) Die BESTANDS-Schicht beschreibt die bisherige IST-Situation mit ihren vorhandenen Kunden, Produkten und Bezügen im "Herkunftsquadrat".
Die Frage lautet: WO kommen wir her ?
B) Die VISIONS-Schicht beschreibt die zukünftige SOLL-Situation mit ihren prognostizierten Kunden, Produkten und Bezügen im "Zukunftsquadrat".
Die Frage lautet: WO wollen wir hin ?
C) Die PROZESS-Schicht beschreibt die laufende WEG-Situation mit ihren aktuellen Kunden, Produkten und Bezügen im "Heutequadrat".
Die Frage lautet: WIE gehen wir vor?
Die drei Quadrate folgen in ihrer Struktur völlig dem 3x3 Grundquadrat; nur bezieht sich A) und B) ganz auf die Vergangenheit bzw. ganz auf die Zukunft. Der Aufwand ist bei drei Quadraten etwas größer, aber der Komplexitätsgrad hält sich durchaus in Grenzen. (Etwas schwieriger ist die Arbeit mit den 27 Zellen des 3x3 Würfels). Wem das aber bereits zu umständlich ist, der vereinfacht wie folgt: Er arbeitet nur mit 1 Quadrat, nämlich C, und bringt in dieses die vorhandenen wie die zukünftigen Aspekte mit hinein. Das macht man ohnehin fast automatisch bei jeder Konzeptionsskizze. Man kann es aber auch ganz bewusst machen oder sogar ausdrücklich mit a) b) oder c) in jedem Feld kennzeichnen. Das ist methodisch ganz einfach.
Wer sich für die drei Schichten näher interessiert, kann unter der Rubrik PROZESSE/PROJEKTE nachsehen; dort finden Sie auch Beispiele zur Prozessdimension bei unterschiedlichen (Medien-)Projekten und Strategieprozessen.

